Review of Myth and Magic: Art according to the Inklings

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The following review appeared in Inklings-Jahrbuch 26 (2008) on pages 304-306, and is reproduced here with kind permission.

(Review in German)

Segura, Eduardo, and Thomas Honegger, eds. Myth and Magic: Art According to the Inklings. Zurich and Jena: Walking Tree Publishers, 2007. iii + 337 S., £ 10,35.

Während der Untertitel dieses Sammelbandes insinuiert, er widme sich primär dem Kunstverständnis der Inklings, zeigt sich bei einem ersten Blick ins Inhaltsverzeichnis ein etwas anderes Bild, das nicht ohne Weiteres auf einen Nenner zu bringen ist. Denn während Tom Shippey untersucht, wie bei Tolkien, Lewis und Williams die Differenzierung zwischen 'magia' und 'goeteia' eine große Rolle spielt und Dieter Bachmann drei von Tolkien für Magie verwendete Wörter analysiert (goetia, gûl und lúth), widmet sich Miryam Librán-Morena der Frage, wie Tolkiens Geschichte von Beren und Lúthien von zwei griechischen Mythen beeinßusst ist — von Orpheus und Eurydike sowie von Protesilaos und Laodameia — und geht Eugenio M. Olivares-Merino sehr ausführlich auf Tolkiens Verständnis von Grendel ein. Eduardo Segura schließlich bespricht auf der Grundlage von Leaf by Niggle Tolkiens Auffassung von Kunst.

Trotz dieser Disparatheit kann ein gewisser Schwerpunkt des Bandes bei Mythen und Magie gesehen werden; und auch wenn der Großteil der Beiträge sich ausschließlich mit Tolkien auseinandersetzt, kommt daneben vor allem Lewis zur Sprache — z. B. bei Colin Duriez, der sich mit dem Verhältnis von Mythos, Tatsachen und Inkarnation vor allem bei ihm auseinandersetzt, oder im Beitrag von Devin Brown, der dessen Sicht eines literarischen Mythos als Träger tieferer, fundamentaler Wahrheiten untersucht. Primär um Lewis geht es auch, wenn Margarita Carretero-González in den Werken von Tolkien, Lewis und Rowling die besondere Stellung und Funktion von Liebe und Opfer bespricht, ebenso wie in der Analyse des Namens 'Ransom' in der Space-Trilogie durch Fernando J. Soto und Marta García de la Puerta. Zum Teil wird dieser disparate Eindruck dadurch erklärt, dass Segura und Honegger in diesem Band auch mehreren spanischen Forschern die Gelegenheit geben wollten, ihre Arbeiten einem breiteren Publikum vorzustellen, auch wenn diese vielleicht nicht direkt zum übergeordneten Thema passten.

In weiteren Beiträgen des Bandes widmet sich Martin Simonson dem Aspekt der 'Recovery' bei Tolkien vor dem Hintergrund der bis dato kaum untersuchten Beziehung zwischen Tolkiens Vorstellungen und amerikanischem Transzendentalismus (Emerson und Tho- reau), geht Verlyn Flieger in Smith of Wootton Major der Frage nach, wann eine Fairy-story eine Faërie-Story ist, d. h. im 'Gefährlichen Reich' spielt, wofür dieses Werk Tolkiens paradigmatisch stehen kann. Ferner zeigt Patrick Curry auf der Basis einer begrifflichen und symbolisch-mythologischen hermeneutischen Analyse interessante Ähnlichkeiten zwischen Tolkiens und Max Webers Sicht der Moderne auf. Des Weiteren geht Thomas Honegger auf die Geschichte der meta-Şktionellen Elemente ein, die Tolkien einsetzte, um die (vor allem elbischen) Legenden und seine menschlichen Leserschaft in Beziehung zu setzen, und John Garth argumentiert in seiner detaillierten Analyse des Kapitels "The Passage of the Marshes" aus The Lord of the Rings für eine Lektüre auf der Basis der Kriegserfahrungen Tolkiens, wozu er auch andere Kriegsschriftsteller heranzieht.

Auch wenn man angesichts des Titels eine etwas breitere Berücksichtigung der Inklings — vor allem über Tolkien und Lewis hinaus — hätte wünschen können sowie eine etwas größere Geschlossenheit, tut dies den einzelnen Beiträgen keinen Abbruch, denn auch diejenigen, die nicht aus der Feder bekannter Tolkienforscher stammen, sind durchaus lesenswert.

THOMAS FORNET-PONSE

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