Review of Tolkien's View: Windows into his World

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The following review appeared in Inklings-Jahrbuch 27 (2009) on pages 279-281, and is reproduced here with kind permission.

(Review in German)

Ryan, John S. Tolkien’s View: Windows into his World. Zurich and Jena: Walking Tree Publishers, 2009. xvi + 286 S., € 16,60.

In diesem Band sind 21 Beiträge des australischen Professors John S. Ryan versammelt, die bis auf einen schon an anderen, aber oft weniger leicht zugänglichen Orten (wie dem Minas Tirith Evening-Star, Mallorn oder Angerthas in English; auch ein im Inklings-Jahrbuch 6 erschienener Beitrag ist enthalten) publiziert worden waren. Schon ein Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt, wie richtig die Entscheidung von Walking Tree Publishers war, dieses Projekt anzuregen und durchzuführen. Denn die in zwei Teilen geordneten und für die Neuveröffentlichung teilweise überarbeiteten Aufsätze behandeln mit ihrem Akzent auf Tolkiens akademischer Tätigkeit und den philologischen Dimensionen seiner Werke Aspekte, die in den letzten Jahren zu Unrecht nicht sonderlich stark beachtet wurden. Hierzu liefern auch die Artikel älteren Datums wertvolle und interessante Einsichten, die nun auch ein breiteres Publikum erreichen können.

Der erste Teil enthält sechs Aufsätze und ist der frühen Biographie und Entwicklung Tolkiens gewidmet, d. h. es werden neben seinem Studienplan als Undergraduate verschiedene frühe Einflüsse (Joseph Henry Shorthouse, Elizabeth Mary Wright und William Craigie) untersucht sowie seine philologische Auseinandersetzung mit dem Namen seiner Frau Edith und die tiefere Bedeutung des Spielens.

Deutlich umfangreicher ist der zweite Teil mit 14 Beiträgen, die sich des jungen Professors und seiner frühen Publikationen annehmen. Er beginnt mit Aufsätzen über das Verhältnis zu seinem Kollegen George Gordon und dessen Verständnis eines "Myth-maker", über Tolkiens Arbeit als Lexikograph (beim OED, dem Middle- English Vocabulary oder in seinen Sammelrezensionen zur Philology in The Year's Work in English Studies) und seiner Arbeit als Professor für Altnordisch, die zu seinen Aufgaben als Rawlinson & Bosworth Professor für Angelsächsisch gehörte. Des Weiteren widmet sich Ryan in mehreren Beiträgen Tolkiens Verständnis von Kunst und Religion und weiteren Aspekten in Mythopoeia und On Fairy-stories sowie dem sich sprachlich deutlich zeigenden (und schon früh von C. S. Lewis bemerkten) Übergang in The Hobbit vom eher Alltäglichen zum Epischen. Auch hier kommt die Untersuchung von Einflüssen oder Parallelen nicht zu kurz, wie sich in den Beiträgen zur dynamischen Meta-Geschichte und Christopher Dawson, zum Niederschlag von Sir Orfeo in Tolkiens legendarium, zur gefährlichen Reise nach Osten in Stokers Dracula und The Lord of the Rings oder der 'Anwendung' germanischer Mythologie in Tolkiens Verwendung sprechender Namen zeigt.

Den beiden Teilen ist ein Anhang mit dem ältesten Aufsatz des Bandes zu Othin in England beigefügt, worin Ryan nach Hinweisen für einen Wotanskult im angelsächsischen England sucht – wozu er von Tolkien selber angeregt worden war. Abgerundet wird diese Aufsatzsammlung durch eine Gesamtbibliographie und einen Index, in dem Personen-, Werk- und Ortsnamen enthalten sind. Auch wenn möglicherweise nicht für jeden Leser alle Beiträge des Bandes von Interesse sind, dürfte die gebotene Fülle an Informationen über diese frühe Zeit Tolkiens auch für eingefleischtere Tolkienkenner einige neue Einsichten bieten. Zudem zeigen sich deutlich die breiten akademischen Interessen Tolkiens und die enge Verzahnung seiner akademischen Tätigkeit, seiner literaturtheoretischen Ansichten und seinem literarischen Werk. Der geplante zweite Band mitweiterenAufsätzen kann demzufolge mit Spannung erwartet werden.

THOMAS FORNET-PONSE

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